Fliesen

IMG_7394Über die Fliesen

Keramikfliesen sind Platten mit denen meistens Badwände verkleidet werden bzw. werden dort verwendet, wo Böden im Nassbereich sind.

Keramik stammt von dem griechischen Wort „Keramos“, was übersetzt Ton bedeutet und Basiswerkstoff für die Fliesenherstellung ist.

Seit dem Anfang der Keramikfliesenherstellung haben sich die verwendeten Rohstoffe wenig geändert. Die erste europäische Keramikindustrie entstand im Römischen Reich.

In Westeuropa wurden Fliesen am Anfang als Kaminumrandung und Fußbodenbelag genutzt. In letzter Zeit werden Fliesen fast ausschließlich in hochautomatisierten Fabriken hergestellt. Es gibt aber noch immer kleine handwerkliche Betriebe, die individuelle Serien herstellen.

 

  • IMG_7204Steingutfliesen:

Wegen der hohen Porosität sind Steingutfliesen bei der Wasseraufnahme mehr als 10% nicht frostfest. Der Vorteil bei diesen Fliesen ist die Dekorierungsfähigkeit und dass man mit ihnen leichter arbeiten kann.

  • Steinzeugfliesen:

Steinzeugfliesen haben eine höhere Dichte und eine geringere Porosität als Steingutfliesen. Die Wasseraufnahme bei diesen Fliesen liegt unter 3 Prozent. Mit mehr Anteil an Flussmitteln und mit dem Brennen bei 1150-1300 C° kann die Porosität geringer werden.

  • Feinsteinzeugfliesen:

Feinsteinzeugfliesen haben eine sehr geringe Wasseraufnahme, und zwar weniger als 0,5 Prozent. Diese entsteht durch den größeren Anteil an Quarz und anderen Flussmitteln, die trocken unter hohem Druck verpresst werden. Nach dem Verpressen wird bei IMG_7208Temperaturen von 1200-1300 C° gebrannt.

Feinsteinzeugfliesen können durch die Verwendung verschiedener angefärbter Keramikpulver oder löslicher Salze sehr unterschiedlich dekoriert werden, wodurch sie zum Beispiel wie Stein oder Holz aussehen können.

 

Steinzeugfliesen und Feinsteinzeugfliesen können durch entsprechende Oberflächenstrukturen unterschiedliche Rutschhemmungen und Abriebfestigkeiten bekommen. Bei polierten Feinsteinzeugfliesen finden wir keine geschlossene Oberfläche. Die sogenannte Brennhaut wird entfernt und die Porenräume werden geöffnet, die früher durch Pressen und Brennen zu waren.

 

 

 

Fliesenauswahl:

Die Fliesenauswahl ist sehr wichtig, da man in sie für die nächsten Jahrzehnte investiert. Davor ist wichtig zu wissen:

  • Der Fliesenabrieb wird in die Klassen 0-5 eingeteilt. Desto höher die Beanspruchung der Fliesen, desto größer die Klasse.
  • Die Fliesenrutschsicherheit teilt sich in die Gruppen R9-R13. Ein größerer R-Wert bedeutet, dass die Fliesen rutschhemmender sind, jedoch sind sie schwerer zu reinigen.
  • Die Fliesenporosität wird an Hand ihrer Wasseraufnahme in folgende Klassen unterteilt:
    I a < 0,5%, I b < 3%, II a 3-6%, II b 6-10%, III > 10%
    Im trockenen Bereich verwendet man porösere Fliesen, da diese leichter zu bearbeiten sind. Für Nassbereiche verwendet man Fliesen, die weniger porös sind.
  • Die Fliesengröße unterscheidet sich in Nennmaß und Werkmaß (= Maß + vorgesehene Fuge). Ein kleinerer Raum wirkt durch größere und/oder hellere Fliesen optisch mächtiger. Je kleiner die Fliesen sind, desto weniger Kleber muss man verwenden und sie sind leichter zu bearbeiten.
  • Die Fliesenstärke muss bei Fliesen im Außenbereich eine Stärke von 20mm aufweisen, wenn man ein großes Format haben will.
  • Auf die Fleckenempfindlichkeit und die Reinigung von Fliesen muss man gut Acht geben.
  • Verschiedene Fliesen und Untergründe erfordern bestimmtes Verlegmaterial (Haftgründe, Kleber, Fugmasse, Haftschlämme etc.).